Kobudô

                                        

 

Kobudô „alte Kriegskunst“ bezeichnet die Kampfkunst mit den auf Okinawa entwickelten Bauernwaffen, beispielsweise der Bô (ein 182 cm langer Stab), der Tonfa (Schlagstock), das Nunchaku (kurzer Dreschflegel), das Sai (eine Art Dreizack), die Kama (landwirtschaftlich genutzte Sichel).

Kobudô entstand im 16. Jahrhundert auf der Insel Okinawa. Das Tragen von Schwertern und anderen Waffen war den Bewohnern von der Besatzungsmacht (Satsuma Clan) verboten worden. Um sich gegen die besetzenden Samurais verteidigen zu können, entwickelten die Bauern und Fischer auf Okinawa Waffensysteme, bei denen sie landwirtschaftliche Geräte, Alltagsgegenstände und Werkzeuge zu Waffen umfunktionierten: Da diese nicht den Charakter von Waffen darstellten, war das Tragen dieser erlaubt. So wurde zum Beispiel der Dreschflegel zum Nunchaku und der Stock zum Bo. Das Tonfa wurde als Kurbel an Mühlsteinen verwendet.

Da sich Kobudô parallel zum Karate entwickelte, entsprechen die Stellungen, Angriffe und Blockbewegungen denen des Karate. Kobudô und Karate bildete früher eine Einheit. Erst im Laufe der Zeit trennten sich die Wege von Karate und Kobudô.

Unser Grossmeister, Hanshi Chin Mok Sung, unternahm Ende der 1960er und in den 1970er Jahren mehrere Reisen nach Okinawa um sein Wissen im Kobudô zu erweitern bei Hanshi Shinpo Matayoshi und weiteren Kobudô Meistern.